Auseinandersetzung mit der Endlichkeit des eigenen Lebens

Teilnehmende für Interviews gesucht: Dissertationsprojekt „Auseinandersetzung mit der Endlichkeit des eigenen Lebens“

Am Forschungskolleg GROW der Universität zu Köln untersuchen Forschende Fragestellungen zum Wohlbefinden bis ins hohe Alter. Im Rahmen ihrer Dissertation möchte Helena Kukla herausfinden, ob die Auseinandersetzung mit der Endlichkeit des eigenen Lebens positive Auswirkungen auf das Wohlbefinden älterer oder unheilbar kranker Menschen haben kann. Sie sucht Teilnehmende für Interviews, die über 80 Jahre alt sind oder die Diagnose einer lebenslimitierenden Erkrankung haben und im Raum Köln wohnen. Die Gespräche dauern etwa eine Stunde und sollen persönlich und im Zeitraum zwischen September und November 2020 stattfinden.

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Wohnen im Alter

Neuer Ratgeber der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

Der Ratgeber „Neues Wohnen im Alter – Selbstständig, gemeinsam mit Service oder Pflege“ stellt verschiedene Wohnformen für ältere Menschen vor. Die Verbraucherzentrale NRW hat darin Informationen zusammengestellt, die Menschen dabei unterstützen sollen, die richtige Wohnform im Alter zu finden. Sei es in den eigenen vier Wänden, in einem Mehrgenerationenhaus, einer Wohngemeinschaft oder in Alten- und Pflegeeinrichtungen. Neben Erfahrungsberichten hält der Ratgeber allgemeine Informationen bereit und gibt Tipps, woran man ein gutes Alten- und Pflegeheim erkennt und was bei einem barrierefreien Zuhause wichtig ist.

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Ratgeber der Verbraucherzentrale: Das Vorsorge-Handbuch

Der Ratgeber „Das Vorsorge-Handbuch. Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, digitaler Nachlass, Betreuungsverfügung, Testament“ der Verbraucherzentrale gibt Verbraucherinnen und Verbrauchern Tipps für die Erstellung einer geeigneten Vorsorge- und Patientenverfügung. Er ist nun in sechster Auflage erschienen. Zu den weiteren Themen gehören das Testament, Bankenvollmachten und der digitale Nachlass sowie Sorgerechts- und Betreuungsverfügungen. Das Handbuch enthält Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Textbausteine und Musterbeispiele.

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Gesund trinken im Alter: Faltblattreihe „kompakt“

Mit zunehmendem Alter nimmt das Durstgefühl häufig ab. Besonders für ältere Menschen ist es deshalb wichtig, darauf zu achten, regelmäßig und ausreichend zu trinken. Das Faltblatt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) klärt über Gründe und gesundheitliche Folgen von Austrocknung auf und gibt wertvolle Tipps für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.

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Vernetzungsstellen für gesunde Seniorenernährung eingerichtet

Im Rahmen der Ernährungsinitiative für Seniorinnen und Senioren des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) haben bislang sechs Bundesländer Vernetzungsstellen für Seniorenernährung etabliert. Mit diesen Stellen will das BMEL Ernährungskompetenzen von Seniorinnen und Senioren, pflegenden Angehörigen und Verantwortlichen für die Verpflegung älterer Menschen in häuslicher Umgebung fördern und die Qualität von Verpflegungsangeboten in Senioreneinrichtungen und von mobilen Menüdiensten verbessern.

Bundesministerin Julia Klöckner fördert neue Vernetzungsstelle in NRW

Bundesministerin Julia Klöckner fördert neue Vernetzungsstelle in Niedersachsen

Bundesministerin Julia Klöckner fördert neue Vernetzungsstelle in Mecklenburg-Vorpommern

Die Jungbrunnenformel entschlüsselt

Mit seinem Buch „Entscheide selbst, wie alt Du bist“ hat Dr. Sven C. Voelpel, Professor für Betriebswirtschaft an der Jacobs University Bremen, einen Spiegel-Bestseller gelandet. Auch sein neuestes Werk beschäftigt sich mit dem Thema Altern und verspricht ähnlich erfolgreich wie sein letztes Werk zu werden. Unter dem Titel „Die Jungbrunnenformel – Wie wir bis ins hohe Alter gesund bleiben“ erscheint das Buch bei Rowohlt Polaris am 15. September.

Das Alter hat weniger mit den Lebensjahren, als mehr mit der inneren Einstellung zu tun, davon ist Professor Voelpel überzeugt. Sie bildet die Basis für noch weitere sechs Faktoren, die er in seinem Buch als maßgeblich wichtig für unsere Gesundheit und einen verlangsamten Alterungsprozess identifiziert. Als weitere Elemente der Jungbrunnenformel nennt der Altersforscher die Ernährung, Bewegung, Schlaf, Atmung, Entspannung sowie soziale Kontakte. „Unsere Möglichkeiten, gesund und glücklich alt zu werden, sind größer als wir oft denken“, sagt Voelpel.

Um dieses Wissen für jeden zugänglich zu machen, hat der 46-Jährige Hintergrundinformationen und praktische Tipps zusammengestellt, die das Wohlbefinden verbessern und das Risiko zu erkranken, vermindern sollen.

Prof. Dr. Sven C. Voelpel lehrt und forscht bereits seit 2004 an der Jacobs University in Bremen. Zu seinen Schwerpunkten zählen der demographische Wandel sowie Veränderungsprozesse und Führungsverhalten in Unternehmen. Der Wissenschaftler ist Gründer des WISE Demografie Netzwerks an der Jacobs University, in dem Wissenschaftler und Unternehmen gemeinsam an Lösungen demografiebedingter Personalprobleme arbeiten. Als wissenschaftlicher Partner hat Voelpel die Ausstellung „Ey Alter“ betreut.

Sven C. Voelpel: Die Jungbrunnenformel – Wie wir bis ins hohe Alter gesund bleiben. Rowohlt Polaris; 16,00 Euro (erscheint am 15. September).

Sex um die 60: Heute wichtiger als früher

Studie zeigt, dass sich die empfundene Bedeutung der Sexuali-tät für 55- bis 65-Jährige über die letzten zwei Jahrzehnte verändert hat

Forscher*innen der Humboldt-Universität zu Berlin und der Vrije Universiteit Amsterdam haben untersucht, ob und wie sich die Wichtigkeit von Sexualität und die Freude am Sexualleben im mittleren Lebensalter über die vergangenen 20 Jahre hinweg gewandelt haben. Damit ergänzen sie bereits vorliegende Studien, nach denen Menschen heute bis in das hohe Alter hinein sexuell aktiver sind als noch vor 20-30 Jahren. Wichtigstes Ergebnis der Studie: Im Vergleich zu 55- bis 65-Jährigen, die Anfang der 1990er Jahre befragt wurden, berichteten Gleichaltrige 20 Jahre später, dass Sexualität für sie wichti-ger sei. Den stärksten Anstieg verzeichneten die Studienautor*innen bei alleinstehenden 55-65-jährigen Frauen. Bei gleichaltrigen Männern, die Singles waren, fand die Studie über die Zeit hinweg in dieser Hinsicht keine messbaren Veränderungen. „Es kann verschiedene Gründe dafür geben, dass Erwachsene um die 60, die in den 50er Jahren geborenen wurden, ihre Sexualität als wichtiger wahrnehmen, als diejenigen, die vor dem II. Weltkrieg geboren wurden,“ kommentiert die Erstautorin der Studie, Karolina Kolodziejczak. „Unter anderem vermuten wir, dass gesellschaftliche Bewegungen, wie die sogenannte ‚sexuelle Revolution‘ der 60-70er Jahre, die Einstellungen zur Sexualität weitreichend verändert haben. Auch die feministischen Bewegungen seit dieser Zeit mögen das Bild von weiblicher Sexualität in der Hinsicht geprägt haben, dass alleinstehende Frauen ihre Sexualität heute freier und ungezwungener ausleben und genießen können.“ Anders als erwartet nahm jedoch die Freude am Sexualleben nicht zu. Der Anstieg in der berichteten Wichtigkeit von Sexualität geht also nicht zwangsläufig mit mehr Spaß daran einher. Prof. Dr. Denis Gerstorf, Mit-Autor der Studie und Experte für Altersfragen: „Wie diese Befunde zustande kommen, werden wir in unserer zukünftigen Arbeit darzulegen versuchen: Welche Rolle spielen historische Veränderungen im tatsächlichen Verhalten? Und welchen Anteil haben historische Veränderungen in der Wahrnehmung der eigenen Sexualität und Veränderungen in der Freizügigkeit, über das eigene Sexualleben zu berichten?“ Für die Studie wurden mit 20 Jahren Abstand zwei unabhängige Gruppen von jeweils 55- bis 65-Jährigen (im Durchschnitt etwa 60 Jahre alt) in den Niederlanden befragt: 718 Erwachsene, die 1928-1937 geboren und 1992-1993 befragt wurden, und 860 Erwachsene, die zwischen 1948-1957 geboren und 2012-2013 befragt wurden. Der Artikel ist heute in der Fachzeitschrift Sexuality Research and Social Policy erschienen.

Wissenschaftliche Ansprechpartner: Karolina Kolodziejczak, Institut für Psychologie Humboldt-Universität zu Berlin , mail: karolina.kolodziejczak@hu-berlin.de

Originalpublikation: Kolodziejczak, K., Drewelies, J., Deeg, D. J. H., Huisman, M., & Gerstorf, D. (2020, September 11). Perceived importance and enjoyment of sexuality in late midlife: Cohort differences in the Longitudinal Aging Study Amsterdam (LASA). Sexuality Research and Social Policy. Advance online publication. doi:10.1007/s13178-020-00486-2, https://link.springer.com/article/10.1007/s13178-020-00486-2

Altern ist bunt – nun auch in der Lehre

Das Alter macht nicht Halt vor Menschen, die aus dem heteronormativen Raster fallen – diesem Thema haben Fachleute aus Berlin, Karlsruhe, Ludwigshafen und Marburg jetzt das erste deutschsprachige Lehrbuch gewidmet, in dem es um das Altern und Alter von schwulen, lesbischen, bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen sowie queeren Menschen geht: „LSBTIQ* und Alter(n). Ein Lehrbuch für Pflege und Soziale Arbeit“, herausgegeben von Tamara-Louise Zeyen, Ralf Lottmann, Regina Brunnett & Mechthild Kiegelmann, Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht) 2020, ISBN: 978-3-525-70272-7, 232 Seiten, 23,99 Euro

Was bedeutet der Slogan „Das Alter ist bunt“ für die altersbezogenen Berufe? Ein Beispiel aus der Praxis: In einem betreuten Wohnheim einer Kleinstadt bewirbt sich eine Person um einen Platz, die als Junge geboren wurde und seit Jahrzehnten als Frau lebt. Das Team fragt sich: Wie kann die Einrichtung ihr gerecht werden?

Fallbeispiele dieser Art unterstreichen den praxisorientierten Ansatz des Lehrbuchs – sie stammen aus Interviews mit Betroffenen oder aus der praktischen Arbeit. Wie altern Menschen mit verschiedenen sexuellen Orientierungen und Geschlechtern? Wie können sie durch Institutionen der Altenhilfe und in der Altenpflege unterstützt werden? Solche Fragen seien „im Zuge des gesellschaftlichen Wandels der letzten Jahrzehnte zunehmend in die öffentliche Aufmerksamkeit“ gerückt, heißt es in der Einleitung. Die Gesellschaft wird älter, wobei gleichzeitig die Diversität alter Menschen zunimmt. Das fordert den Fachkräften in Altenhilfe- und Pflegeeinrichtungen neue Kompetenzen ab.

Dem trägt das Buch durch ausführliche Kapitel zu Grundlagen- und Querschnittsthemen sowie zu Anwendungsbeispielen Rechnung, wobei das herausgebende Team „besonderen Wert auf Perspektiven aus den Communitys und Hinweise auf Praxiseinrichtungen sowie bestehende Angebote“ legte.

„Die praxisorientierte Gliederung der Beiträge lenkt den Fokus auf professionelles Handeln“, heißt es in der Einleitung. Das Lehrbuch ist für Ausbildung, Studium und Weiterbildung gedacht, aber auch für die Begleitung der Praxis in der Altenhilfe, um die „Förderung einer bedarfsgerechten und menschenrechtsorientierten Arbeit mit Älteren voranzutreiben“.

Zur Herausgabe des Lehrbuchs hat sich ein Team von Fachleuten aus den Sozialwissenschaften zusammengefunden: Professorin Dr. Regina Brunnett lehrt Gesundheitswissenschaften an der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen. Die Sozialpädagogin und Sozialpsychologin Dr. Mechthild Kiegelmann hat eine Professur an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe inne. Der Soziologie und Gerontologe Dr. Ralf Lottmann forscht an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin (ASH Berlin). Die Erziehungswissenschaftlerin Tamara-Louise Zeyen ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Sozial- und Rehabilitationspädagogik der Philipps-Universität Marburg. Sie verfertigt derzeit eine Dissertation über „Wohnprojekte für gleichgeschlechtlich l(i)ebende Personen im Alter“.

Informationen beim Verlag Vandenhoeck & Ruprecht: https://www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com/lsbtiq

Weitere Informationen:

Tamara-Louise Zeyen, Philipps- Universität Marburg, Tel.: Tel.: 06421-2824529, E-Mail: tamara-louise.zeyen@staff.uni-marburg.de

Dr. Ralf Lottmann, Alice-Salomon-Hochschule Berlin, E-Mail: ralf.lottmann@posteo.de

Professorin Dr. Regina Brunnett, Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen, Tel.: 0621 5203-583, regina.brunnett@hwg-lu.de

Professorin Dr. Mechthild Kiegelmann , Pädagogische Hochschule Karlsruhe, Tel.: 0721 925-4928, E-Mail: mechthild.kiegelmann@ph-karlsruhe.de

Neue Kulturstile älterer Menschen

Zum Älterwerden zwischen Ästhetik und Alltag. Von Franz Kolland und Vera Gallistl

»Kultur« ist zu einer respektierten Kategorie in der Analyse des Alters avanciert. Künstlerische und kreative Praktiken haben im Alter unter den Bedingungen existenzieller Knappheit und Aktivierungsansprüchen des Wohlfahrtsstaates eine immense Bedeutung. Gleichzeitig nehmen ältere Menschen im institutionalisierten Kultursektor als homogenisierte Publikumsgruppe oder wenig beachtete Kulturschaffende eine marginalisierte Position ein. Auf Basis von aktuellen Forschungsergebnissen verdeutlichen die Autor*innen, unter welchen Bedingungen eine vermeintliche Kulturalisierung des Alters stattfindet, welche Potenziale kulturelles Handeln im Alter birgt und welche Prekaritäten, Risiken und Unsicherheiten eine »neue Kultur des Alterns« befördert.

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Gründerinnen und Gründer 60plus

Körber-Stiftung vergibt Zugabe-Preis online

Die Körber-Stiftung zeichnet dieses Jahr zum zweiten Mal Gründerinnen und Gründer über 60 mit dem Zugabe-Preis aus. Wegen der aktuellen Kontaktbeschränkungen findet die Preisvergabe als Video-Livestream statt, am 10. Juni 2020 von 11 bis 12 Uhr. Der Preis ist mit je 60.000 Euro dotiert. Er würdigt Persönlichkeiten, die ein Unternehmen aufgebaut haben, um gesellschaftliche Probleme zu lösen. Dieses Jahr geht der Preis unter anderem an Elke Schilling vom „Silbertelefon“, das einsamen Menschen Gesprächspartner vermittelt, und an Thilo Bode von der Verbraucherorganisation „foodwatch“.

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