Leitfaden „Neue Bilder des Alter(n)s – Wertschätzend über das Alter(n) kommunizieren“

Dieser Leitfaden des Sozialministeriums in Österreich unterstützt alle, die Informationen über das Alter(n) aufbereiten und vermitteln sowie Orientierung und praktische Hilfestellung geben. Er gibt Denkanstöße und Tipps zu Texten und Bildern, die helfen, die gängigen Stereotype zum Alter nicht zu verstärken. Der Leitfaden eignet sich sowohl für Einzelpersonen als auch für Medienvertreterinnen und -vertreter sowie Personen, die Projekte mit Älteren planen und umsetzen.

Zum Leitfaden

Die meisten Menschen über 80 bewältigen den Alltag aus eigener Kraft

Achter Kurzbericht im Rahmen der Studie 80+

Mehr als 60 Prozent der über 80-Jährigen in Deutschland sind so aktiv, dass sie den Alltag eigenständig bewältigen können. Das ist ein Ergebnis der Studie „Hohes Alter in Deutschland“ (D80+), die vom Bundesseniorenministerium (BMFSFJ) gefördert wird. Der neue Kurzbericht zu Alltagskompetenz und Wohnumfeld, der jetzt im Rahmen der Studie erschienen ist, ergibt außerdem: Die meisten über 80-Jährigen fühlen sich eng mit ihrer Umgebung verbunden, haben allerdings sehr häufig mit baulichen Barrieren in ihren Wohnungen und Häusern zu kämpfen.

Zum Kurzbericht „Alltagskompetenz und Wohnumfeld“ und zu weiteren Kurzberichten der D80+-Studie

„Mach’s richtig! Fahre und parke fair!“

Appell von PRO RETINA an E-Scooter-Fahrer

Zum Tag der Verkehrssicherheit am 18. Juni startet die Selbsthilfeorganisation PRO RETINA Deutschland eine bundesweite Aktion für mehr Sicherheit auf Gehwegen. Im Fokus der Aktion stehen E-Scooter, die nicht ordnungsgemäß auf Bürgersteigen geparkt oder achtlos liegengelassen werden. Mit Anhängern, die an den Fahrzeugen angebracht werden, machen die Mitglieder von PRO RETINA die Nutzerinnen und Nutzer auf die damit verbundene Gefahr für sehbehinderte und blinde Menschen aufmerksam. Ein Video, das über den QR-Code auf dem Anhänger abgerufen werden kann, beschreibt die Problematik anschaulich. Der Appell an die Nutzer lautet: „Fahre und parke fair!“

Mehr zu PRO RETINA erfahren

Abschied und Aufbrüche – Das Alter im Film

Symposium vom 15. bis 18. Juni 2022 in Schwerte

Die internationale Forschungsgruppe „Film und Theologie“ widmet ihre Sommertagung dem Thema Altern im Film: Im Kino gibt es immer mehr Filme mit Hauptpersonen in der Phase nach dem Ende des Berufslebens. In Vorführungen, Vorträgen und Diskussionen geht es vor allem um religiöse und philosophische Perspektiven von Filmen. Am Symposium nimmt auch der Regisseur und Drehbuchautor Michael Haneke teil: Er ist zu einer Diskussion seines Films „Liebe“ zugeschaltet.

Mehr Informationen und Anmeldung

13. Europäisches Filmfestival der Generationen

Bis zum 15. Juli 2022 als Veranstaltungsort anmelden

Auf dem Europäischen Filmfestival der Generationen werden vom 1. Oktober bis zum 30. November 2022 wieder Filme zum Thema Alter und zu Zukunftsfragen wie Klimawandel, Migration, Inklusion und gesellschaftlicher Zusammenhalt gezeigt. Die Festival-Organisatoren, die Katholische Hochschule Freiburg und das Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg, rufen Kinos, Sozial- und Kulturämter, Senioren- und Jugendeinrichtungen, Volkshochschulen und Mehrgenerationenhäuser auf, als Veranstaltungsorte mitzumachen. Mehrgenerationenhäuser bekommen dabei einen Sondertarif. Die Schirmherrschaft über das Filmfestival hat die BAGSO-Vorsitzende Dr. Regina Görner übernommen.

Mehr Informationen und Anmeldung

„Autonomie im Alter“

Abschlusssymposium des Forschungsverbundes „Autonomie im Alter“: Der interdisziplinäre Forschungsverbund für Sachsen-Anhalt präsentiert am 30. Juni in Magdeburg die Ergebnisse aus siebenjähriger Forschungsarbeit.

2016 startete der Forschungsverbund „Autonomie im Alter“ mit dem Ziel, die Selbstständigkeit älterer Menschen zu steigern und zu stärken. Gemeinsam mit über 100 Expertinnen und Experten unter anderem aus den Bereichen Gesundheits- und Versorgungsforschung, Immunologie, Neurowissenschaften, Alternsforschung, Soziologie, Pflegewissenschaften, Informatik, Medizin und u.v.m. wurden verschiedene Strategien zum Umgang mit den Herausforderungen des demografischen Wandels erarbeitet. Wie diese genau aussehen, präsentiert der von Prof. Dr. Dr. Christian Apfelbacher, Direktor des Institutes für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung Magdeburg, koordinierte Forschungsverbund auf einem Abschlusssymposium in Magdeburg. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft des Ministeriums für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt. Im Beisein von Wissenschaftsstaatssekretär Thomas Wünsch werden die insgesamt 48 Projekte vorgestellt. Es werden über 250 Gäste erwartet. Weitere Anmeldungen, auch von interessierten Bürgerinnen und Bürgern, sind noch bis zum 14. Juni möglich.

WAS: Abschlusssymposium des Forschungsverbundes „Autonomie im Alter“

WANN: 30. Juni 2022, 9.30 – 16.30 Uhr

WO: Festung Mark Magdeburg, Hohepfortewall 1, 39104 Magdeburg, Anmeldungen noch bis zum 14. Juni unter https://autonomyinoldage.blog/veranstaltung/abschlusssymposium-autonomie-im-alte…

Weiterlesen

Erwerbstätigkeit im Ruhestand – Gründe und Motivationen

Das Institut für Arbeitsmarktforschung (IAB) und das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) haben untersucht, weshalb Menschen nach dem Eintritt ins Rentenalter weiter arbeiten. Ein Ergebnis: Je höher das Bildungsniveau, desto eher gehen die Menschen auch im Ruhestand noch einer Erwerbsarbeit nach. Auch Menschen mit niedrigem Haushaltseinkommen arbeiten nach Rentenbeginn häufiger weiter.

Mehr Informationen

Studie herunterladen

Online-Fortbildung „Sexualität im Alter“

Die kostenfreie Fortbildungsveranstaltung der Ärztekammer Nordrhein will auf die Wichtigkeit von Sexualität im Alter aufmerksam machen – als ein Aspekt für Lebensqualität und positives Selbstwertgefühl. In Vorträgen und Diskussionen geht es um die sexuelle Gesundheit und Bedürfnisse älterer Menschen und um das Entkräften von Tabus und Vorurteilen. Die Veranstaltung ist Teil der Fortbildungsreihe „Der ältere Mensch“.

Zur Anmeldung

Gut altern, schön sterben

In vielen Regionen der Welt leben immer mehr alte und immer weniger junge Menschen. Wie begegnen die Gesellschaften und die Kulturwissenschaften diesem Wandel? Darum geht es in einer neuen Gesprächsreihe.

Nicht nur in Europa, auch in anderen Regionen der Welt altern die Gesellschaften. Was bedeutet das für die Menschen? Wie organisieren sie individuell und gemeinsam das Älterwerden, Altsein und Sterben? Auf welche historischen Erfahrungen, welche kulturellen Wissensbestände greifen sie dabei zurück? Wie kooperieren dabei die unterschiedlichen Generationen?

Und ganz allgemein gefragt: Wie können die Menschen weltweit und mit Blick auf die Geschichte ihrer jeweiligen Länder voneinander lernen, den demographischen Wandel in ihren Gesellschaften im Sinne einer planbaren Zukunft und zum Wohl aller Generationen gut zu gestalten?

Öffentlicher Diskurs mit Fachleuten

Zu all diesen Fragen können gerade die Kulturwissenschaften wesentliche Beiträge liefern. Darum lädt die Verbundinitiative „Gut altern. Schön sterben“ der Philosophischen Fakultät der Universität Würzburg Fachleute aus verschiedenen kulturwissenschaftlichen Disziplinen zum öffentlichen Austausch ein.

„Wir möchten ein neues Gesprächsformat ausprobieren“, erklärt Professorin Michaela Fenske. Die eingeladenen Fachleute werden keine Frontalvorträge zu definierten Themen halten, keine vorgefertigten Inhalte präsentieren. Stattdessen wollen sie mit den Teilnehmenden über Ergebnisse ihrer Forschung sprechen und darüber, vor welchen Herausforderungen alternde Gesellschaften und Kulturwissenschaften stehen.

Vier Termine im Sommersemester

Alle Interessierten sind eingeladen, an den Zoom-Meetings teilzunehmen. Für das Sommersemester 2022 sind vier Veranstaltungen geplant; im Wintersemester 2022/23 soll die Reihe weitergehen. Ihr Titel: „Mittagsgespräche über wichtige Zukunftsperspektiven für Wissenschaft und Gesellschaft im demographischen Wandel“.

Weitere Informationen und Zugangslinks (https://www.phil.uni-wuerzburg.de/eevk/veranstaltungen/kulturwissenschaftliche-a…)

Montag, 2. Mai 2022, 12.15 bis 13.45 Uhr: Harm-Peer Zimmermann, Populäre Literaturen und Medien, Zürich

Montag, 16. Mai 2022, 12.15 bis 13.45 Uhr: Marius Meinhof, Soziologie, Bielefeld

Montag, 13. Juni 2022, 12.15 bis 13.45 Uhr: Daniel Schäfer, Medizingeschichte, Köln

Montag, 11. Juli 2022, 18 bis 20 Uhr: Daniel Schäfer, Medizingeschichte, Köln

Mitglieder der Verbundinitiative

Der interdisziplinären Verbundinitiative „Gut altern, schön sterben“ der Philosophischen Fakultät gehören folgende Professorinnen und Professoren an: Roland Altenburger und Björn Alpermann aus der Sinologie, Michaela Fenske aus der Europäischen Ethnologie, Jörg Gengnagel aus der Indologie, Christine Ott, Didaktik der deutschen Sprache, Jürgen Rauh, Geographie, Regina Töpfer, Ältere Abteilung der deutschen Philologie und Esme Winter-Frömel aus der Romanistik.

Wissenschaftliche Ansprechpartner: Prof. Dr. Michaela Fenske, Lehrstuhl für Europäische Ethnologie, T +49 931 31-89921, michaela.fenske@uni-wuerzburg.de

Alterskriminalität: Wenn Senioren straffällig werden

Alterskriminalität ist eine ernste Herausforderung, vielschichtiger als angenommen und wenig untersucht. Das Phänomen der Devianz im Alter, also des regelabweichenden Verhaltens von Senioren, wirft viele Fragen auf, denen eine Forschungsgruppe um HM-Professor Stefan Pohlmann nachging.

Als Alterskriminalität bezeichnet man gemeinhin alle Formen von Straftaten, die von Personen über 60 Jahren verübt werden oder die zu einem Strafprozess im höheren Alter führen. Hinzu kommen Fälle, die eine Haft im oder bis zum hohen Alter umfassen. In Wissenschaft und Praxis haben diese Themen bislang allenfalls marginale Beachtung gefunden. Dabei ist Alterskriminalität ein Phänomen mit steigender Tendenz. In Zukunft könnte – angesichts des Anstiegs der Zahl alter Menschen durch die zunehmende Lebenserwartung bei einem weitgehend aktiven Lebensstil und dem gleichzeitigen Rückgang der Geburtenraten – die Zahl krimineller Senioren jene der Heranwachsenden übertreffen. Noch ist ein solcher Trend allerdings nicht erreicht.

Typische Verstöße der Altersgruppe 60plus

Dass ältere Menschen vor Gericht stehen, ist nicht neu. Beispielsweise lassen sich hierzu Prozesse zur NS-Aufarbeitung oder zu Kriegsverbrechen verfolgen, in jüngerer Zeit auch Fälle von Übergriffen im Rahmen von #MeToo sowie zum Missbrauchsskandal der katholischen und evangelischen Kirche. Doch das sind lediglich durch die Medien stark verbreitete Einzelfälle.

Was sind aber typische Verstöße dieser Altersgruppe? Das Forschungsteam um Prof. Dr. Stefan Pohlmann von der Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften der Hochschule München untersuchte hierzu die Polizeiliche Kriminalstatistik. Für das Jahr 2019 ergaben sich deutschlandweit insgesamt um die 155.000 Tatverdächtige im Alter von 60 und mehr Jahren. Pohlmann führte dazu ergänzende Befragungen durch. Das Ergebnis: Die höchsten Zahlen an Tatverdächtigen gibt es im Bereich der Diebstahldelikte, es folgen Beleidigungen, leichte Körperverletzungen und Betrug.

Subjektive Tatmotive als Rechtfertigung

Zur Einschätzung krimineller Handlungen älterer Menschen ist es wesentlich, die zugrundeliegenden Tatmotive zu sondieren. Auf der Grundlage der Analyse von Dokumenten und mittels explorativer Befragungen älterer Strafgefangener identifizierte das Team um Pohlmann sieben subjektive Rechtfertigungskategorien: darunter Langeweile und die damit verbundene Sehnsucht nach Spannung, Ablenkung und Nervenkitzel (thrill) sowie existenzielle Not oder die persönliche Angst vor einem sozialen Abstieg (affliction). Weitere Motive sind kognitive Veränderungen oder psychische Störungen (disorder), Rache und Selbstjustiz (revenge), unzureichende Einschätzung der Rechtswidrigkeit des eigenen Verhaltens (pseudo rationality) sowie die aktive Provokation einer Straftat, da die alltäglichen Lebensumstände gegenüber dem Strafvollzug weniger attraktiv ausfallen (active choice). Schließlich führt ein kriminelles Umfeld (environment) zu Straftaten. Betrachtet man die Heterogenität dieser Tatauslöser, lässt sich kein einzelner, universell gültiger Erklärungsansatz für Devianz im Alter geben. Was genau Straftäter im Alter antreibt, ist also höchst individuell.

Ältere Menschen in Haft

Ein besonderes Augenmerk schenkte die Forschungsgruppe den Anforderungen an die Vollzugsgestaltung. Denn die Tatsache, dass die Menschen in Deutschland immer älter werden, stellt auch den Justizvollzug vor Herausforderungen. So waren zum Stichtag des 30. September 2020 circa 620 Gefangene und Sicherungsverwahrte über 60 Jahren in bayerischen Justizvollzugsanstalten inhaftiert. Von einer weitgehenden Zentralisierung der älteren Gefangenen in einer einzigen Justizvollzugsanstalt sah Bayern im Interesse der Resozialisierung bislang ab.

Dafür werden gleichaltrig Inhaftierte häufig in Gemeinschaftsräumen untergebracht. Zudem wurden in verschiedenen Anstalten Anstrengungen unternommen, um körperlich beeinträchtigte Gefangene betreuen zu können – etwa mit einer eigenen Pflegeabteilung in der JVA Straubing oder einer geriatrischen Abteilung in der JVA Marktredwitz. Von einem steigenden Bedarf an diesen Angeboten wird ausgegangen. Daher ist es die Aufgabe der Landesjustizverwaltungen, im engen Austausch mit Wissenschaft und Praxis, die notwendigen Anpassungen auf den Weg zu bringen: Das betrifft eine ausreichende bauliche und personelle Ausstattung der Justizvollzugsanstalten sowie passende Behandlungskonzepte für ältere Inhaftierte, die laufend weiterzuentwickeln sind.

Gerontokriminologische Handlungsbedarfe

Bereits die typischen Verstöße, die Tatmotive und Haftbedingungen älterer Menschen zeigen: Die Fachdiskurse zur Alterskriminalität sind vielfältig und bisherige Theorien zur Kriminalität lassen sich nur bedingt auf die Kriminalität von Senioren anwenden. Woran es bezogen auf Alterskriminalität vor allem fehlt, sind hinreichende Präventionsansätze sowie schlüssige Resozialisierungsprogramme. Will man diesbezüglich Fortschritte erzielen, muss die Alterskriminalität im Sinne einer handlungsfähigen und zugleich alternden Gesellschaft weiter erforscht werden. Der neu erschienene Sammelband der Forschungs- und Praxisallianz um Pohlmann bietet Material und Argumente, um künftig neue Wege zu beschreiten.

Prof. Dr. Stefan Pohlmann ist seit 2004 Professor für Gerontologie an der Hochschule München. Der habilitierte Psychologe leitet dort die Abteilung für interdisziplinäre Gerontologie und vertritt als Dekan die Interessen der Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften.

Wissenschaftliche Ansprechpartner: Prof. Dr. Stefan Pohlmann, Email: stefan.pohlmann@hm.edu

Originalpublikation: Stefan Pohlmann (Hrsg.) 2022: Alter und Devianz – Wenn alte Menschen straffällig werden. W. Kohlhammer, Stuttgart. 2022 Zu dieser Mitteilung finden Sie die folgenden Bilder: Dass ältere Menschen vor Gericht stehen, ist nicht neu. Doch was sind typische Verstöße von Senioren? Eine Forschungsgruppe um HM-Professor Stefan Pohlmann ging dieser Frage nach