Seniorenarbeit 4.0

Am 3. Juni fand in der Berlin-Repräsentanz der Bertelsmann-Stiftung das Barcamp Arbeiten 4.0 statt. Wie üblich, gilt auf Barcamps die Regel „No spectators, only participants!“. Dementsprechend habe ich eine Session zum Thema „Seniorenarbeit 4.0?“ angeboten, nicht im Sinne eines eigenen Vortrags, sondern als Diskussionsrunde, weil ich von den dort anwesenden Experten mehr über die Zukunft von Seniorenarbeit unter 4.0-Bedingungen erfahren wollte.

Und tatsächlich: Die Session hat funktioniert, mit sehr engagierten Teilnehmern. Anbei eine vorläufige Dokumentation des Sessionsverlaufs von Johanna Voll:

Rahmen der Session 28

  • Thema: Seniorenarbeit 4.0. Gibt es Konzepte für Erwerbsarbeit im Alter via 4.0
  • Raum OG1, 14:00-14:45 Uhr Lissabon
  • Teilnehmerzahl: 7
  • Protokollant/in: Johanna Voll

Sessiongeber

Verlauf / Inhalte der Session

Ausgangslage (Um was geht es in der Session?):

Verschiedene Aspekte und Möglichkeiten des Themas wurden angesprochen und gesammelt:

  • Altersarmut als Problem (was v.a. in Zukunft noch anwächst)
  • freiberuflich tätige Menschen, die nach Renteneintritt weiter machen wollen
  • Mentorenprogramme + Patenprogramme (Bsp. Bildungsbereich)
  • Funktion als Business Angels
  • Ehrenamtliche Betätigungen im Alter (Bsp. Sportbereich)

Fragen (Welche Fragen / Probleme gibt es)?

  • Ist Arbeiten 4.0 immer mit digitaler Wissensarbeit verknüpft?
  • Arbeit 4.0 = Arbeit allgemein, aber eben nicht nur Erwerbsarbeit, sondern auch Ehrenamt (Engagement), Pflegearbeit, Erziehungsarbeit usw.
  • Arbeit 4.0 kennzeichnet in erster Linie eine neue Qualität der Arbeit mit veränderten Rahmenbedingungen
  • die durch das Internet neu entstehenden Prämissen und Realitäten können für eine wirklich sinnvolle (und vergütete) Arbeit im Alter spannend sein
  • dabei sollten analoge und digitale Arbeit nicht getrennt betrachtet werden, denn sie sind abhängig voneinander
  • Problem: Denken im Modus der Festanstellung in Deutschland (Sicherheitsbedürfnis wandelt sich gerade) > „Wie werde ich die Menschen wieder los?“ > sinnvoll wären hier projektbasierte temporäre Einsätze (Siehe Ideen)
  • Problem in Deutschland: Die Worte „RentnerIn“ bzw. „SeniorIn“ sind negativ konnotiert, wobei die Wahrnehmung des Erfahrungsschatzes zu kurz kommt
  • Wie kann der „Erfahrungswert“ älterer Menschen mehr wertgeschätzt und sichtbar gemacht werden?

Herausforderung

  • Viele Menschen werden zukünftig früher aus dem Erwerbsleben freigesetzt (Bsp. Industrie), die mit ihren Fähigkeiten und Kenntnissen „aufgefangen“ werden sollten

 Ideen (Welche Lösungen wurden vorgeschlagen)?

Ideensammlung:

  • SeniorInnen verkaufen selbstgefertigte Produkte (Stichwort: altes Handwerk) via Internet
  • Dafür braucht es Weiterbildungen, Sensibilisierung
  • Stellenwert von „etwas mit den eigenen Händen erschaffen“ wird betont
  • Anbieten der freigesetzten Arbeitskraft älterer Menschen über Plattformen im Netz auf Projektbasis (Bsp: http://www.rentarentner.de/)
  • Wachsende „Sharing Economy“ nutzen: z.B. leerstehende Räume in großen belegten Wohnungen zur temporären Untervermietung anbieten (u.a. Airbnb), wenig genutzte Autos gemeinsam nutzen (Carsharing) > Dafür muss sich das „Mindset“ der Beteiligten aber noch ändern
  • Kooperationen von Jungen und Alten: ein durchlässigeres System zum Erfahrungs- und Kompetenzaustausch ist notwendig, um Potenziale auszunutzen
  • Zwillings-/Tandemprogramme: geteilte Verantwortungsübernahme z.B. im  Rahmen des Ehrenamts von jungen und alten Menschen, sodass auch ein  Wegfall einer Person die Erfahrungen erhalten bleiben
  • Viele solcher Ideen wurden auch beim Opentransfer Camp (Barcamp) mit dem Themenschwerpunkt Demografie am 29.5.2015 in Berlin gesammelt und vorgestellt: http://www.opentransfer.de/6109/sessionplan-opentransfer-camp-demografie-in-berlin-otc15/. Siehe auch Alterstudie von Generali, die sich mit diesem Thema schwerpunktmäßig beschäftigen.

Fazit

Durch die Möglichkeit, durch das Internet zeit- und ortsunabhängig aktiv zu sein, ergeben sich neue Wege für die Aktivierung von Ressourcen älterer Menschen. Diese Chancen müssen jedoch aufgezeigt werden. Ebenso ist ein wirkliches aufeinander zugehen der Generationen sinnfördernd.

Genannte Links

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