Elderly and their Relationship to Fashionability

Wie schon im Beitrag von Mary Lynne Richards angeklungen, stellt modische, vor allem aber altersgerechte Kleidung gerade für ältere Frauen schon seit längerem ein anhaltendes Problem dar. Usha Chowdhary hat sich 1988 ebenfalls mit diesem Phänomen befaßt und dazu den Artikel „Self-Esteem, Age Identification, and Media Exposure of the Elderly and their Relationship to Fashionability“ im Clothing and Textiles Research Journal (Vol. 7, S. 23-30) veröffentlicht.

Chowdhary orientierte sich bei ihrer Studie, der 430 auswertbare Fragebögen zugrundelagen, ausgefüllt von älteren Personen im Alter von 65 bis 91, 62 Prozent davon waren Frauen, an drei Hypothesen:

Chowdhary 1

  • Hypothese I behauptete, daß ältere Personen mit einem geringen Selbstwertgefühl eher zu klassischer, unmodischer Kleidung neigen.
  • Hypothese II behauptete, daß ältere Personen um so mehr zu modischer Kleidung neigen, je jünger („cognitive age„) sie sich fühlen.
  • Hypothese III behauptete, daß ältere Personen um so mehr zu modischer Kleidung neigen, je besser sie informiert sind.

Als Anschauungsmaterial für die Differenzierung nach „classic“ (zurückhaltend, unauffällig, zeitlos) und „fashionable“ (auffällig, exponiert, zeitgemäß) wurden folgende Modelle gefertigt und den Testpersonen zur Bewertung vorgelegt:

Chowdhary 2

Aus heutiger Sicht mag man sich fragen, was an den rechten Modellen überhaupt „fashionable“ gewesen sein soll; man sollte sich aber daran erinnern, daß wir das Jahr 1987/88 schreiben.

Von den drei Thesen erfüllte sich die erste nicht, und auch die zweite konnte nicht bestätigt werden (wobei sich 68 Prozent der Befragten „cognitive“ jünger fühlten, 28 Prozent so alt, wie sie „chronological“ waren, und 3 Prozent fühlten sich älter als ihr „chronological age“). Einzig bei der dritten These ergab sich ein positiv bestätigender Effekt.

Bemerkenswert ist aber eines vor allem: Obgleich sich 80 Prozent der Befragten dahingehend äußerten, daß sie sich gerne modisch kleideten, wählten 75 Prozent am Ende doch den „classic style“. Diese Diskrepanz erklärte Chowdhary damit, daß die Befragten ihr Modevorbild nicht ihrer Gegenwart, sondern ihrer Vergangenheit entnommen hätten, und zwar der formativen Phase ihrer Modesozialisation, als sie in ihren 20er/30er Jahren waren: Das, was damals als modisch galt und später dann „classic“ wurde, würde weiterhin ihre Ansprüche an „Fashionability“ erfüllen, weswegen es zu dieser kuriosen Diskrepanz im Antwortverhalten kam.

Chowdhary faßte diese Überlegung wie folgt zusammen:

Chowdhary 3

Aufgrund gewisser Besonderheiten der Demographie der Befragten ist eine Generalisierbarkeit der Befunde dieser Studie mit Vorsicht zu betrachten, wie Chowdhary am Ende ihres Artikel selber einräumte (ein Auszug nur):

Chowdhary 4

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