Freunde werden im Alter wichtiger

DZA-Pressemitteilung anläßlich des Internationalen Tags der Freundschaft am 30.07.2017

Angesichts eines wachsenden Anteils kinderloser und geschiedener Menschen wird die soziale Einbettung älterer Menschen häufig mit Sorge betrachtet. Studien des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA) zeigen jedoch, dass übertriebene Besorgnis in dieser Hinsicht unbegründet ist. So konnten DZA-Forscher zeigen, dass in den letzten zwei Jahrzehnten zunehmend mehr Menschen nicht nur Kinder und Partner, sondern auch Freunde zu ihren engsten und wichtigsten Beziehungen zählen. Immer häufiger wenden sich ältere Menschen an Freunde, wenn sie einen guten Rat brauchen oder getröstet werden wollen. Hinzu kommt: Im höheren Alter werden immer mehr Freizeitaktivitäten mit Freunden und nicht nur mit Familienmitgliedern unternommen. Deutlich zeigen sich dabei positive Auswirkungen von Aktivitäten mit Freunden. Oliver Huxhold, einer der Autoren der Studie, erläutert: „Zeit mit Freunden zu verbringen und gemeinsam mit Freunden aktiv zu sein, hilft das emotionale Wohlbefinden im Alter aufrechtzuerhalten.“ Weiterlesen

Advertisements

Kodokushi

Lokale Netzwerke gegen Japans einsame Tode

Von Nils Dahl

Das japanische Wort »kodokushi« beschreibt Todesfälle von sozial isolierten Personen, die erst nach längerer Zeit aufgefunden werden. Derartige Fälle widersprechen weit verbreiteten Vorstellungen eines guten Todes und werden tendenziell negativ bewertet. In gegenwärtigen Diskussionen über die Alterung der Gesellschaft nimmt das Wort »kodokushi« eine zentrale Rolle ein: Es steht für die abnehmende Bedeutung traditioneller Sozialbeziehungen in Japan und erscheint als Ausdruck einer allgemeinen Krisenstimmung. Weiterlesen

Einsamkeit und Isolation im Alter

Besonderer Literaturhinweis: Huxhold, Oliver; Miche, Martina; Schüz, Benjamin (2014): Benefits of having friends in older ages. Differential effects of informal social activities on well-being in middle-aged and older adults. In: The Journals of Gerontology. 69, 3, S. 366-375.

Die Autoren stellten in ihrer Arbeit einen Zusammenhang zwischen informellen Sozialkontakten und dem Wohlbefinden und der Lebensqualität älterer und alter Menschen her. Die Forscher beschäftigten sich mit freiwilligen Kontakten unter Freunden und obligatorischen Kontakten zwischen Familienmitgliedern. Die methodische Untersuchung erfolgte mit den repräsentativen Längsschnittdaten des Deutschen Alterssurveys (DEAS): 2830 Personen mittleren Lebensalters und 2032 alte Menschen wurden befragt. Weiterlesen