Seniorenkonsum: Ein Literaturüberblick

Seit den 1950er-Jahren gibt es überhaupt erst Forschung über den Konsum älterer Menschen, speziell Senioren (65+), vorrangig in Nordamerika, und noch recht vereinzelt, seit den 1990er-Jahren, dann in Europa. Der Hauptfokus liegt auf dem Konsum im engeren Sinne, d. h. mit Blick auf sämtliche Aktivitäten rund um das Einkaufen. Alles, was mit der tatsächlichen Verwendung der Sach- oder Dienstleistungen im Alltag zu tun hat, wird demgegenüber stark vernachlässigt, wie eine erste Literaturauswertung zeigt. Der Beitrag dokumentiert den Stand der Seniorenkonsum-Forschung anhand dieser Unterscheidung und plädiert zum Schluss dafür, deutlich mehr Aufmerksamkeit für den Seniorenkonsum im weiteren Sinne, d. h. für die ­tatsächliche Verwendung der entsprechenden Sach- und Dienstleistungen durch ältere ­Konsumenten und Konsumentinnen aufzubringen.

Der Link zum Abstract.

Kai-Uwe Hellmann: Seniorenkonsum. Ein Literaturüberblick. In SWS-Rundschau, 57. Jg., Heft 1, S. 108-126.

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Neue Kultur des Alters

Franz Kolland hat 2016 in dem Sammelband „Gesellschaft im Wandel“ (Band 5) einen Beitrag mit dem Titel „Neue Kultur des Alters“ veröffentlicht (übrigens nahezu titelgleich mit dem 6. Altenbericht der Bundesregierung von 2010). Der Beitrag ist auch direkt als Studie abrufbar.

Im Mittelpunkt dieser Studie stehen die Dynamisierung und Heterogenisierung des Alter(n)s, Entwicklungen, wie sie in der internationalen Gerontologieforschung seit 1980er Jahren verstärkt diagnostiziert wurden. Inzwischen ist sogar von einer „Kultur des Alters“ die Rede, was zunächst an die frühe Studie „Older People and their Social World“ von Arnold M. Rose und Warren A. Peterson aus dem Jahre 1965 erinnern mag.

Anders als damals ist bei Kollands Beitrag aber davon auszugehen, daß mit diesem (neuen) Kulturverständnis des Alter(n)s keinerlei subkulturelle Assoziationen verbunden sind (was an der damalige Studie wiederholt kritisiert wurde), sondern strikte Aufwertung und Anerkennung.

 

Shopping for a better world?

An interpretative study of the potential for ethical consumption within the older market

Marylyn Carrigan, Isabelle Szmigin und Joanne Wright veröffentlichen 2004 im Journal of Consumer Marketing (Vol. 21, No. 6, S. 401-417) erste Ergebnisse einer Studie über die Haltung älterer Menschen zum Thema „ethical consumption“. Wobei sie mit folgender Definition von „ethical consumption“ arbeiteten, die äußerst generisch ist und auf alles Mögliche zutrifft (was nicht unbeträchtliche Vorteile birgt):

Ethical consumption is the conscious and deliberate choice to make certain consumption choices due to personal and moral beliefs.

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Umzugsprämie für Senioren?

Spiegel online vom 5. Februar 2015: Vier Zimmer für ein Rentnerpaar, drei Zimmer für eine Familie mit zwei Kindern: In vielen deutschen Städten ist das Realität. Nun bringt der Chef der Gewerkschaft IG Bau einen bemerkenswerten Vorschlag ins Gespräch. Robert Feiger will Senioren mit einer Prämie zum Auszug aus großen Wohnungen bewegen, damit junge Familien dort einziehen können.

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