Seniorenkonsum: Ein Literaturüberblick

Seit den 1950er-Jahren gibt es überhaupt erst Forschung über den Konsum älterer Menschen, speziell Senioren (65+), vorrangig in Nordamerika, und noch recht vereinzelt, seit den 1990er-Jahren, dann in Europa. Der Hauptfokus liegt auf dem Konsum im engeren Sinne, d. h. mit Blick auf sämtliche Aktivitäten rund um das Einkaufen. Alles, was mit der tatsächlichen Verwendung der Sach- oder Dienstleistungen im Alltag zu tun hat, wird demgegenüber stark vernachlässigt, wie eine erste Literaturauswertung zeigt. Der Beitrag dokumentiert den Stand der Seniorenkonsum-Forschung anhand dieser Unterscheidung und plädiert zum Schluss dafür, deutlich mehr Aufmerksamkeit für den Seniorenkonsum im weiteren Sinne, d. h. für die ­tatsächliche Verwendung der entsprechenden Sach- und Dienstleistungen durch ältere ­Konsumenten und Konsumentinnen aufzubringen.

Der Link zum Abstract.

Kai-Uwe Hellmann: Seniorenkonsum. Ein Literaturüberblick. In SWS-Rundschau, 57. Jg., Heft 1, S. 108-126.

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Ältere Menschen gründen seltener innovative Unternehmen

Ältere Menschen gründen seltener ein Unternehmen als jüngere. Zudem sind Firmengründungen Älterer in geringerem Maße mit Produktinnovationen verbunden: Wenn Ältere gründen, versuchen sie seltener für Kunden Neues anzubieten oder herzustellen. In Anbetracht der zunehmenden Alterung der Gesellschaft bestehe hierin eine Gefahr für die Innovationskraft der deutschen Wirtschaft, besagt eine am Dienstag erschienene Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg und des Instituts für Wirtschaftsgeographie der Leibniz-Universität Hannover. Weiterlesen

Innovation resistance among mature consumers

Als weiterer Beitrag nach Gilly Zeithaml 1985, Lunsford/Burnett 1992 und Szmigin/Carrigan 2000 beschäftigte sich der Artikel von Tommi Laukkanen, Suvi Sinkkonen, Marke Kivijärvi und Pekka Laukkanen, 2007 im Journal of Consumer Marketing (Vol. 24, S. 419-427) veröffentlicht, ebenfalls mit der Innovationsresistenz von Senioren und den Hindernissen, welcher dieser zugrundeliegen können. Weiterlesen

The Elderly Consumer and Adoption of Technologies

Stereotype sind sehr einflußreich. Und sie treffen alle gleichermaßen.

Gegenüber Senioren bestand zum Beispiel lange Zeit das Vorurteil, daß sie für Neues kaum aufgeschlossen sind. Nicht daß bei Senioren nicht ein übergroßes Maß an Innovationsresistenz anzutreffen wäre. Aber für alle Senioren gleichermaßen?

Mary C. Gilly und Valarie A. Zeithaml publizierten 1985 im Journal of Consumer Research (Vol. 12, S. 353-357) einen Beitrag, der sich als einer der ersten zum Ziel gesetzt hatte, dieses Stereotyp von den innovationsresistenten Senioren kritisch zu hinterfragen. Weiterlesen

Marketing Product Innovations to the Elderly

Understanding The Barriers To Adoption

Wie schon Gilly/Zeithaml 1985, befaßte sich auch dieser Beitrag von Dale A. Lunsford und Melissa S. Burnett, 1992 im Journal of Consumer Marketing (Vol. 9, S. 53-62), mit der Frage, welche Hindernisse („barriers“) für Senioren bestehen, Produktinnovationen für sich zu adoptieren. Wobei die Wahrnehmung des Marketing von Senioren, ganz im Sinne von Everett M. Rogers‘ Diffusionstheorie, jahrzehntelang nahezu idealtypisch jener Gruppierung entsprach, die Rogers „laggards“ genannt hatte, milde ausgedrückt: Nachzügler, die sich für Innovationen als allerletzte empfänglich zeigen, also geradezu innovationsavers sind.

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